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Gärten und Parks in Paris - Reisefotos und Reisebericht unserer Frankreichreise 2007 - GeschichtlichesGeschichtliches und mehr (Jardin Atlantique, Parc André Citroen, Montmartre Hügel, Buttes Chaumont, Jardin du Palais Royal, Bois de Vincennes, Parc Monceau, Bois de Boulogne, Jardin Atlantique, Parc André Citroen, Jardins de Bagatelle)
Geschichte der Gärten und Parks in ParisIm Jahre 1850 wies Paris eine Parkfläche von insgesamt 47 Hektaren auf - darunter grössere Anlagen wie die Tuilerien, der Jardin du Luxembourg oder der Jardin des Plantes, aber auch kleinere, so der Jardin du Palais Royal oder die Place des Vosges. Zwanzig Jahre später hatte sich die Fläche der gestalteten Grünflächen mit 4500 Hektaren nahezu verhundertfacht. Angesichts der radikalen und bis heute das Stadtbild bestimmenden Umgestaltung, welcher der Präfekt Georges- Eugène Haussmann die Baustruktur von Paris unterzog, gerät mitunter in Vergessenheit, dass unter seines Regierung auch viele der noch bestehenden Grünanlagen angelegt wurden. Der Parkplaner war Ingenieur Adolphe Alphand. Er wandelte den Staatsforst im Westen und Osten der Stadt in die englisch inspirierten Parkanlagen des Bois de Boulogne und des Bois de Vincennes um, schuf in einstigen Steinbrucharealen die Parcs des Buttes Chaumont und de Montsouris und konzipierte im Rahmen der Haussmann'schen Stadtplanung 25 begrünte Quartierplätze („Squares“, die - anders als in London - nicht allein für die unmittelbaren Anwohner, sondern für jeden Besucher zugänglich waren. Von Alphands umfangreichem Werk aus spannt sich der Bogen über die infolge der Weltausstellungen gestalteten Grünflächen (Champ de Mars, Champs Elysées, Trocadéro) und die Cité Universitaire bis hin zu den drei grossen Parks der letzten zwanzig Jahre, in denen auf intelligente Weise Tradition und Moderne verschmolzen sind. Heute bietet Paris insgesamt über 3.000 ha Grünflächen, 490.000 Bäume und pflanzt jährlich 3 Millionen Saisonpflanzen. Die weit über 200 "Squares", kleine Grünanlagen, alle mit Namen, alle stets vom gleichen Gitter mit klappernden Eingangspforten umgeben, bieten alle die gleichen Verbotstafeln, auf denen in verwitterten Sätzen - die doch niemand liest - etwas vom reglement verkündet wird. Immer gibt es Bänke, wo sowohl die alten Damen des Viertels, Liebespärchen aller Altersstufen, lesende Studenten, Clochards und spielende Kinder Platz nehmen. Je nach verfügbarer Fläche werden Marionettenbühnen oder Ponymanegen eingerichtet, Karussells und Bonbonstände betrieben. Bocciaspieler finden ihre Sandbahnen, Musikliebhaber können in manchen dieser kleineren oder auch größeren Stadtteilgärten einer Kurkapelle lauschen. Manchmal bereichert ein Springbrunnen, eine Statue oder ein Denkmal diese Mini-Oasen der Beschaulichkeit in der hektischen Großstadt. Manche sind berühmt beliebt - wie der Square Saint Jacques mit dem Turm, der leider nicht bestiegen werden darf, der Sqaure Viviani an der Kirche Saint Julien Le Pauvre, der Square Louis der Sechzehnte mit der Sühnekapelle, die Ludwig der Achtzehnte für seinen Bruder und seine Schwägerin errichten ließ, weil die Geköpften hier in einem Massengrab auf dem Friedhof madeleine bestattet wurden, aus dem später in die Kirche von Saint Denis überführt wurden. Der Square des Arènes de Lutece führt mit den Resten einer römischen Arena auf die Ursprünge von Paris zurück - zu Lutetia. An vielen Orten zeigt sich, wie aufgeschlossen die Stadtverwaltung gegenüber zeitgenössischer Gartengestaltungskunst ist. "Das geht so weit, daß die Engländer, die in der Gartenbaukunst ja wohl tonangebend sind, Studienreisen bei uns durchführen und in Japan französische Paysagisten für einen großen öffentlichen Auftrag eingeladen wurden", berichtet mit einigem Stolz die für die städtischen Park- und Grünanlagen verantwortliche Assistentin des Pariser Bürgermeisters in einem Zeitschrifteninterview. Durch die Tore des Louvre hindurchgehend überquert man den Place du Palais Royal und erreicht den Jardin du Palais Royalmit seinem Springbrunnen, schattigen Alleen aus geschnittenen Bäumen und prächtigen Staudenpflanzungen -ein Ort der Ruhe im turbulentesten Zentrum der Großstadt. Der sich dem dem 17. erbauten Schloß des Kardinal Richelieu anschließende Barockgarten mit Arkaden und Wohnungen wurde 1780-84 von Philippe- Egalité hinzugefügt, dem Bruder Ludwigs IVX. Während der Revolution brodelten hier die Ideen des Aufruhrs, sprang am 13.Juli 1789 der Journalist Camille Démoulins auf einen Tisch und rief die Citoyens zu den Waffen. Dabei verteilte er die grünen Blätter der Bäume als Abzeichen in der Farbe in der Hoffnung.Die modernen Säulen von Daniel Buren im Innenhof des Palais sind "die" - allerdings auch umstrittene - Touristenattraktion.Der größte Pariser Park, der wohl auch die breitgefächertste Auswahl an Freizeitmöglichkeiten bietet, wie Pferderennen, Sportanlagen, Theater, Radwege und Zoo, ist der Bois de VincennesEr ist der verbleibende Teil des Waldgürtels, der einst das alte Lutetia (so der alte Name der Stadt Paris) umgab. Von einer Mauer umgeben beherbergte er das königliche Wild und das auf das 11. Jahrhundert zurückgehende Schloß, das mit seinem 52 hohen Donjon aus dem 14. Jhdt. und den Pavillons aus dem 17. Jahrhundert bis zum Bau von Versailles Sitz des Hofes war. Die Umgestaltung zum öffentlichen Park erfolgte unter Napoleon III (um 1860), der das Gelände der Stadt Paris schenkte. Seither promenieren besonders bei schönem Wetter die Pariser auf den gewundenen Wegen und um die Seen herum In den Gräben des des Schlosses wurden der Duc d`Enghien und später die schöne Spionin Mata Hari erschossen. Einen Teil sprengte die SS im Jahre 1944, doch richtete sie damit sogar Gutes an, denn man entdeckte in den Ruinen wunderschöne Reste der bis dahin arg verbauten Grundarchitektur, die nun, restauriert, dem etwas düsteren Schloß wieder Glanz gegeben habenButtes Chaumont- dieser malerische, hügelige Park wurde in den 1860er Jahren auf dem Gebiet alter Gipsbrüche angelegt unter Ausnutzung der Aushöhlungen, Höhenunterschiede und steilen Abhängen über einem See, in dessen Mitte Felsen emporragen: eine überraschende Kulisse für einen Ort zum Spazierengehen. Angelegt vom unermüdlichen Baron Haussmann, der sich um die Grünflächen von Paris verdient gemacht hat. Auf einer kleinen Insel spannt sich von Hügel zu Hügel eine hochgebaute, vergitterte Brücke, von der sich früher oft Liebesmüde herabstürzten. Vom kleinen Pavillon auf dem Inselhügel hat man einen schönen Ausblick auf das inzwischen sanierte Viertel.Durch das schöne schmiedeeiserne Tor hindurchgehend wird man von den Statuen von Musset, Maupassant und Chopin empfangen, die die Alleen des Parc Monceausäumen. Der frühere Privatgarten des Herzogs von Orleon im hochbrügerlichen Viertel von Paris - einst ein wahres Rokoko-Disneyland, das nach der Revolution verschwand - wurde als englischer Garten angelegt und wirkt heute sehr romantisch. In diesem Park spielt schon der kleine Marcel Proust, hier landete der erste Fallschirmspringer der Welt 1797 mit siner Montgolfiere aus 1000 Meter Höhe. Verschiedenartige Düfte seltener Bäume, darunter ein bemerkenswerter alter Ahorn, eine mächtige Platane und ein Ginkgobaum, umwehen immer noch den Spaziergänger. Das ovale Becken erinnert an die Becken, in denen im alten Rom Seeschlachten aufgeführt wurden; die Kolonnade an seinem Rand stammt vom unvollendeten Mausoleum Heinrich II. in St.-Denis.Bois de Boulognenach dem Vorbild des Londoner Hydeparks gestaltet, stellt eine perfekte Verkörperung des großstädtischen „Naturbegriffs“ dar: Fußwege unter schattenspendenden Bäumen, See-Ufer zum Promenieren und nie allzuweit von der nächsten asphaltierten Straße oder einem Restaurant oder Café entfernt.In seiner heutigen Form existiert der Bois de Boulogne wie oben erwähnt seit dem "Second Empire" (1852-1870). Napoleon der Dritte trat den Park dann an Paris ab. Im Unterschied zum Bois de Vincennes, den die französischen Könige eher vernachlässigten, hat der Bois de Bologne immer wieder von ihrer Aufmerksamkeit profitiert, Heinrich der Vierte ließ seinereit 15.000 Maulbeerbäume pflanzen, Ludwig der Vierzehnte verordnete ein ansehnliches Wiederaufforstungsprogramm und im 18. Jahrhundert entstanden rund um den Park etliche ansehnliche Landsitze: Bagatelle, Ranelagh, und das Chateau de la Muette et de Neuilly. Die französische Revolution spielte allerdings diesen Landhäusern übel mit und so ist heute nur noch das Schloß Bagatelle zu bewundern.. Im 19.Jhrd. entstanden auch die Pferederennbahnen von Longchamps am Westrand des Parks und Auteil sowie Pavillons .und Restaurants - wie das heute berühmten Feinschmeckerlokale Pre Catalan und Grande Cascade. Man hat aber kaum die Möglichkeit, die Nähe der Stadt zu vergessen, denn das Rauschen kommt weniger von den Bäumen als vom Boulevard Péripherique (der Autobahn, die um Paris herumführt), der direkt am Park entlangführt und ihn teilweise unterquert. Andererseits eröffnen die zahlreichen Autostraßen im Bois de Boulogne auch ältern oder gehschwachen Menschen die Möglichkeit, ein bißchen Waldluft zu genießen. Die 846 Hektar bieten viele Sport- und Spaziermöglichkeiten:zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Reitweg, Rollerblader wissen den geteerten Teil der Wege zu schätzen. Tennis- oder Reitclubs bieten sich an, den Kindern ist der "Jardin d'Acclimatation" gewidmet, wo es einen kleinen Zoo, Spielplätze und andere Kinderattraktionen gibt. Der 24 ha große Jardins de Bagatelleist ein Teil des Bois de Bologne.Das Schloß Bagatelle gehört seit 1905 der Stadt von Paris und wird für Ausstellungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen verwendet. Die beiden Terassen des Schlosses wurden von von Sir Richard Wallace angelegt, der den Besitz von seinem Stiefvater Lord Seymour geerbt hatte. Wallace stiftete Paris auch die heute wieder renovierten berühmten grünen Wallace-Brunnen. Der Garten war eine der ersten Anlagen im englischen Stil in Frankreich und wurde von dem schottischen Gärtner Thomas Blaikie mit ausgedehnten, offenen Wiesenräumen, gegliedert durch Baum - und Gehölzgruppen, angelegt. Ein chinesischer Pavillon bildete den optischen Mittelpunkt; man findet einen Teich, welcher durch einen Felsen begrenzt ist und einen geschwungen verlaufenden Fluß mit Kaskaden; später wurde ein japanischer Garten hinzugefügt und das formale französische Parterre.Im Frühling bestimmen Zwiebelgewächse das Bild der Beete, im Mai-Juni begeistern die Iris und eine Sammlung alter Pfingstrosen, von Juli bis September sind die Seerosen eine Attraktion. Berühmt aber wurde der Garten durch seine Rosensammlung. Das Rosarium La Roseraie du Parc de Bagatelle ( internationaler Rosenprüfungsgarten) wurde 1905 mit Hilfe von Jules Gravereaux, dem Vater des Rosengartens in L'Haÿ-les-L'Haÿ-les-Roses von Jean Claude Nicholas im streng formalen französischen Stil gestaltet. Ca. 9000 Roses in 1000 Sorten - hängende, kletternde Rosen, Beetrosen, Bodendeckerrosen und Strauchrosen sind hier versammelt. Die neuesten Parkprojekte sind auch die spektakulärsten ... der
Jardins Atlantique und Parc Citroen.
Jardin Atlantique,der wie in einem riesigen Innenhof liegt.Mit seinen 3,4 ha zählt er zu den größten Dachgärten von Paris. Dieser Garten (ein kleiner „Park“) ist ein eindrucksvolles Beispiel eines souveränen Dialogs von Stadtarchitektur und Grün. Unten im Bahnhof ist der TGV auf dem Weg ans Meer, hier oben schuf man deshalb zahlreiche Assoziationen an den Atlantik; es wurden sogar eigens "mediterrane" Sitzbänke entworfen; ein Metallzaun aus stilisierten blauen Wellen umschließt ihn und der Gräsergarten liegt wie eine Dünenkette zwischen dem Garten und der Außenwelt. Mit der Umsetzung gab es natürlich etliche technische Probleme. Es galt u.a. die über 100 Atemlöcher der Bahnhofsmaschinerie zu berücksichtigen, die in den Entwurf eingebunden werden mußten; immense statische Vorkehrungen waren nötig, damit das Bahnhofsdach begrünt werden konnte. Die meteorologische Insel - als transparente Skulptur mit verschiedenen meteorologischen Instrumenten und von Wasserspielen umgeben - markiert das Zentrum der Anlage. Annähernd quadratische, wellenförmig modellierte Rasenfläche sollen den Antlantik darstellen, die Wellen auf dem Betonpflaster an Wasser erinnern.Der erhöhte hölzerne Steg führt wie eine Schiffs-Gangway durch und über die langgestreckten Pflanzungen, erlaubt so interessante Ausblicke und schützt durch die erhöhte Lage die empfindliche Bepflanzung - nach dekorativen Textur-, Struktur- und Farbaspekte ausgesucht - vor dem Betreten. Der Landschaftsarchitekt Michel Pléna interpretiert den Garten vor allem als symbolische Trennung der Alten von der Neunen Welt und pflanzte deshalb die in Längsrichtung vrlaufende Achse - eine Feuerwehrzufahrt - als "Allee der Metamorphosen" . Hier stehen sich Bäume der Alten Welt und Nordamerikas gegenüber (z. B. gegenüber der nordamerikanischen Roteiche das mitteleuropäische Pendant) versehen mit ihren botanischen und französischen Namen, in Naturstein eingemeißelt. Im Süden schließt sich eine mit zahlreichen Sitzbereichen und verschiedenen Kinderspielangeboten der Erholung der Stadtbewohner Ecke an; ein Sonnendeck aus Schiffsplanken und stählernen Masten lädt zum mediterranenTräumen einParc André CitroenAuf einer Fläche von 14 ha wurde dank der Förderung der Mitterrand-Regierung von Alain Provost und Gilles Clément im Herzen eines neuerrichteten Stadtviertels (15. Arr.) auf dem Gelände der ehemaligen Citroën-Automobilfabrik 1992 ein ganz besonderer Park für das 21.Jahrhundert angelegt -der Parc André Citroen. Die Stadt Paris zeigte mit diesem Projekt, der Umwandlung einer Industriebrache in einen Park in einer so attraktiven Lage wie hier am Seineufer, "daß die Hauptstadt eine der wenigen ist, in der noch Gartenanlagen entstehen", hieß es in einem Zeitungsbericht. Dieser Park gilt als bislang überzeugendster Beitrag der Gartenkunst zur Postmoderne. Die Parkfläche verbindet die Seine mit der Wohnbebauung und so bietet sie mit dem futuristischen Stil der Geschäfts- und Wohnhäuser einen spannenden Gegensatz.Neben den zwei gigantischen Glashäusern (15 m hoch und 45 lang) sind kleinere Themengewächshäuser, wie Baumhäuser konzipiert. Den großzügigen Mittelpunkt bilden Wasserflächen und Wiesen, die allmählich zur Seine hin abfallen. Eingesäumt von Seitenflächen mit Steinen und Mineralien finden sich auch intimere und vor allem ungewöhnlichere Räume - geprägt vom hohen ästhetischen Anspruch der Architekten, zum Verweilen, Schauen und Spaziergehen gedacht. Bewundern kann man z. B. jeweils einen lichten weißen, düsteren schwarzen, feurigen roten und warmen blauen Garten - und den "Jardin en mouvement" (Garten in Bewegung). In dieser - auf den ersten Blick naturbelassenen - Wiese findet man alle Wiesenblumen, wie sie auch im Wald und auf der Heide wachsen.Eine sehr subtile "Heide" allerdings. Löwenzahn, Gänseblümchen, Veilchen, Klee und Gräser wachsen hier ungehemmt. Wasser ist in diesem Park ein wichtiges Element - in vielfältiger Form eingesetzt - als breiter sogenannter großer Kanal , in mehreren seitlichen Kaskaden zulaufend, verschwindend, wieder auftauchend, als Wassermauer im schwarzen Garten. Linktipps:Reiselinks Frankreich Schencks Schlösser & Gärten / Geo Saison / Merian / ADAC Reisemagazin
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