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Gärten und Parks in Paris - Reisefotos und Reisebericht unserer Frankreichreisen

Aktuell: Garten- und Städtereise Paris im August 2012, angeboten von aha-reisen Peter Gartz in Zusammenarbeit mit Garten Gröne und Maria Mail-Brandt vom 28. August -31. August 2012.

Squares, | Jardin du Luxembourg, | Jardin des Plantes, | Kanal St. Martin, | Montmartre, | Eifelturm, | Moschee, | Museum Quai Branly, | Rodin-Museum, Tuilerien, | Blumenmarkt Marché aux Fleurs, | Park La Villette |
Geschichtliches und mehr (Jardin Atlantique, Parc André Citroen, Montmartre Hügel, Buttes Chaumont, Jardin du Palais Royal, Bois de Vincennes, Parc Monceau, Bois de Boulogne, Jardin Atlantique, Parc André Citroen, Jardins de Bagatelle)

Jardin du Luxembourg

Einer der bekanntesten und beliebtesten Parks von Paris, der hat seinen Namen eigentlich mehr zufällig erhalten. Maria di Medici, die Gattin Heinrichs IV., fühlte sich im Louvre gar nicht wohl und kaufte deshalb nach dem Tod des Königs 1612 vom Duc de Luxembourg ein Grundstück, um dort ihren Witwensitz bauen zu lassen. Gebaut von Salomon des Brosse wurde der Palast nach den Vorbildern ihrer florentinischen Heimat im italienischen Renaissancestl errichtet. Sie konnte ihn aber kaum nutzen, denn 1631 mußte sie Paris aus politischen Gründen verlassen. Eigentlich also Palais und Jardin du Medici, aber der Name des ursprünglichen Besitzers ist geblieben. In der Folgezeit war der Palast Waffenmanufaktur, Gefängnis und Regierungssitz, bis er schließlich 1958 zum Sitz des französischen Senats wurde. Dieser ist heute noch für die Pflege des Gartens zuständig.

Der königliche Park wurde während des Kaiserreiches für die Öffentlichkeit zugänglich, reicht über die Allee de l´Observatoire bis zum Observatorium, dessen Kuppel Blickpunkt dieser prägenden Achse ist und erhielt seine jetzige Gestalt am Ende des 18. Jh. durch Chalgrin. Zahlreiche Bauwerke schmücken den Garten, darunter der Brunnen Fontaine de Médicis und viele wunderschöne Statuen aus dem 19.Jhdt. Besonders gefragt sind die Plätze um das große Bassin, in dem die Kinder kleine Holzboote segeln lassen. Die Anlage wirkt romantisch und beschaulich mit ihren wunderschönen Blumenbeeten, Tennisplätzen, dem Marionettentheater, den Plätzen für das Boulespiel unter zum Teil hundertjährigen Baumrastern; sogar Bienenkörbe kann man hier bestauen. Mit seinen z. B. fast zweihundert verschiedene Birnbaum-Arten ist er einer der schönsten und frequentiertesten Parks.
Medici-Brunnen im Jardin du Luxemburg
Paris für Gartenfreunde
Wenn man genau guckt (das Licht war auch furchtbar ungünstig) ,sieht man hinten das Pantheon
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Jardin du Luxembourg - viele herrlich verwunschene Ecken außerhalb des großen, bekannten Beckens
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Und hier die "kleine" Freiheitsstatue im Luxemburg-Park
Paris für Gartenfreunde
Paris für Gartenfreunde

Jardin des Plantes

Der älteste Park von Paris mit Alpinum und den Gewächshäusern ist schon ein beliebter Ort für Spaziergänge, seit er 1650 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Schon 1626 wurde hier die Schule für Botanik und Naturgeschichte gegründet. Geschaffen wurde der Rokokogarten vom Botaniker und Arzt Guy de la Brosse unter Ludwig dem Dreizehnten. Ein kleiner Zoo gehörte dazu. Der Naturforscher Buffon verschönerte ihn im 18. Jhdt, als er auf dem Schuttberg, der sich seit 1300 angehäuft hatte, ein Gartenlabyrinth der seltenen Pflanzen anliegen ließ. Rainer Maria Rilke verbrachte in seinem Lieblingspark viele Stunden seiner Freizeit und hinterließ uns das bekannte Gedicht: "Der Panther". (heute gibt es allerdings keinen Panther mehr dort...) Das Musee de l`Histoire Naturelle (Naturgeschichte-Museum) in diesem Park, in dem die Zoologie untergebracht wurde, beherbergt heute ein hinreißendes Szenarium aus der Belle Epoque mit ausgestopften Tieren aller Art.
Bis auf wenige Pflanzen noch sehr wenig zu sehen war im säuberlich nach Gattungen geordneten Teil,
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in voller Blüte aber im März! - Baumpfingstrosen
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Aussichtsturm im Jardin des Plantes
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Judasbaum - Cercis_siliquastrum Blüten am Stamm und an den Zweigen
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Nutzgarten
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Square beim Notre Dame

(Squares, durch (nachts geschlossene) Gitter abgetrennte, kleine Parkanlagen - meist mit Spielplätzen, überall verteilt in Paris als Erholungspunkte für die Städter).
Die weit über 200 "Squares", kleine Grünanlagen, alle mit Namen, alle stets vom gleichen Gitter mit klappernden Eingangspforten umgeben, bieten alle die gleichen Verbotstafeln, auf denen in verwitterten Sätzen - die doch niemand liest - etwas vom reglement verkündet wird. Immer gibt es Bänke, wo sowohl die alten Damen des Viertels, Liebespärchen aller Altersstufen, lesende Studenten, Clochards und spielende Kinder Platz nehmen. Je nach verfügbarer Fläche werden Marionettenbühnen oder Ponymanegen eingerichtet, Karussells und Bonbonstände betrieben. Bocciaspieler finden ihre Sandbahnen, Musikliebhaber können in manchen dieser kleineren oder auch größeren Stadtteilgärten einer Kurkapelle lauschen. Manchmal bereichert ein Springbrunnen, eine Statue oder ein Denkmal diese Mini-Oasen der Beschaulichkeit in der hektischen Großstadt. Manche sind berühmt beliebt - wie der Square Saint Jacques mit dem Turm, der leider nicht bestiegen werden darf, der Sqaure Viviani an der Kirche Saint Julien Le Pauvre, der Square Louis der Sechzehnte mit der Sühnekapelle, die Ludwig der Achtzehnte für seinen Bruder und seine Schwägerin errichten ließ, weil die Geköpften hier in einem Massengrab auf dem Friedhof madeleine bestattet wurden, aus dem später in die Kirche von Saint Denis überführt wurden. Der Square des Arènes de Lutece führt mit den Resten einer römischen Arena auf die Ursprünge von Paris zurück - zu Lutetia.
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Square am Invalidendom
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Montmarte

Der Montmartre Hügel besteht nicht nur aus dem Moulin Rouge oder Place du Tertre, zu dem alle Touristen hinwandern... Paris ist wohl die einzige Großstadt, die einen eigenen Weinberg - und ist er auch sehr klein - besitzt - in der Rue des Saulnes hier auf dem Montmartre. Hier wird jährlich ein Weinfest gefeiert und die Weinflaschen mt dem sauren, nicht besonders gut schmeckenden Wein, mit Motiven der Montmartre-Künstler plakatiert, sind ein begehrtesSammlerobjekt.
Wildblumen umgeben im "Wilden Garten Saint-Vincent“ das Montmartre-Museum. Bei diesem relativ steilen Hang hat man bewußt das spontane Pflanzenwachstum weitgehend bewahrt - Brombeeren, Fingerhut, Holunder, und Efeu und so ist dies ein kleines ökologisches Refugium mitten in Paris.
- Au Lapin agile - - das bekannte Kabarett aus alten Zeiten
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La Moulin de la Galette
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Im Garten des Montmartre-Museums
Paris für Gartenfreunde
DerWeinberg
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Kanal St. Martin

Der Saint-Martin-Kanal wurde -bereits von Napoleon beschlossen - 1825 für die Trinkwasserversorgung der Stadt in der Verlängerung des Ourcq-Kanals gegraben. Früher bildeten Färbereien, Papier- und Keramikfabriken ein Arbeiterviertel, das der frz. Filmregisseur Marcel Carné (1909 -1996, drehte auch den Film Die Kinder des Olymp Enfants du paradis als eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte angesehen ) in seinem Film "Hôtel du Nord" 1938 zu neuem Leben erweckte. Die Fassade ist allerdings alles, was von dem originalen Hotel noch geblieben ist. Das Innere wurde völlig neu gestaltet. .
Zu Beginn der 1970er Jahre gab es Pläne, den Kanal für eine Autobahn durch Paris zu opfern. Doch der Widerstand der Anwohner und der Einspruch von André Malraux konnten es verhindern. Heute gehören die Ufer zu beiden Seiten des Kanals zu den romantischsten Promenaden der Stadt und sind bei Wanderern und Radfahrern sehr beliebt.
Abfahrt -und Endpunkt der Fahrt am Port de l`Arsenal Metro Bastille (es gibt aber auch andere Zustiegspunkte)
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Rosenweg im Garten Arenal
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Park des Museums Rodin

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Bepflanzung beim Eifelturm


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Moschee -Innenhof



Cafe
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Museum Quai Branly

Der neue "innovative" Garten
Paris für Gartenfreunde
Der neue "innovative" Garten Musee Quai Branly

Vertikale Begrünung von Patrick Blanc am Musee Quai Branly
Vertikale Begrünung Patrick Blanc Buchtipp - Patric Blanc

Tuileriengarten beim Louvre

Den Name verdankt der Garten den alten Ziegeleien (ziegel = tuiles), die bis zum Jahre 1564 von diesem Gelände ihren Ton bezogen.
Katharina von Medici war es, die nach dem Tode ihres Gatten Heinrich II mit dem quer zum Louvre angelegten Tuilerienschloss und den Gärten einen städtebaulichen Akzent setzte. Die Gärten Jardins des Tuileries et du Carrusel (so der vollständige Name) wurden nach dem Geschmack der florentinischen Königin im italienischen Renaissance-Stil angelegt. 100 Jahre später wurde er von André Le Nôtre neu angelegt. Er schuf ein Musterbeispiel traditioneller französischer Gartenarchitektur und vollzug damit einen groben Einschnitt in der Geschichte des Gartens, denn er verbannte die Renaissance völlig aus dem Garten und gestaltete ihn im "typisch barocken" Stil. Im 18. Jhdt. Dann wurden wertvolle Vasen, Statuen und großartige Skulpturen aufgestellt - nebenbei sind so die Gärten ein wahres Freilichtmuseum der Bildhauerkunst geworden. Der Palast der Medici wurde die Residenz Napoleons, fiel jedoch 1871 wie auch das Rathaus, zum Opfer der Flammen, welches die Aufständischen der Kommune legten. Die heruntergebrannten Ruinen blieben noch bis 1883 stehen, ehe man sich entschloss, sie zu entfernen, um dem Louvre Platz zu machen. Es sind nur noch eine ionische Arkade und ein paar Säulenreste zu sehen. Erhalten geblieben sind die Gärten, die jedoch zunehmend vernachlässigt wurden. Lange standen sie im Schatten des Projektes "Grand Louvre", bis im Jahr 1990 beschlossen wurde, die rund 30 ha zwischen dem Louvre und der Place da la Concorde im Rahmen des Projekts "Grand Louvre" von Grund auf zu sanieren. Zwei Teams von Gartenbauarchitekten wurden mit dem Projekt betraut. Wichtigstes Anliegen war die Bewahrung oder Wiederherstellung der Einheit und Harmonie der verschiedenen Räume. Ausgehend von den klassischen Entwürfen von Le Nôtre aus dem 17. Jahrhundert berücksichtigen sie die Wege des Spaziergängers und das Spiel der Perspektiven. Pascal Cribier, Louis Benech und François Roubaud übernahmen den Tuileriengarten. Der berühmte belgische Gartenarchitekt Jacques Wirtz kümmerte sich um das Carrousel und rahmte z. B. den kleinen Triumphbogen im Carrousel mit Kastanien und verschiedenen Linden ein (ausgewählt wegen ihrer zarten Blätter). Auf von Eiben eingesäumten Wiesen stehen verstreut stehen die Statuen zartgliedriger, sinnlicher Frauen von Maillol, die ursprünglich zwischen den beiden Louvre-Flügeln standen und bilden so einen sanften Übergang zum eigentlichen Garten. Die drei runden Becken hinter der Terrasse sind nicht mehr von grauen Kiesflächen umgeben, sondern liegen nun inmitten üppiger Grasflächen mit vielen bunten Blumen. Mehr als 350 Bäume wurden neu gepflanzt und ausgerichtet, um dem Grand Couvert - dem "waldigen" Teil des Gartens - seine Funktion als Promenade wiederzugeben. Sogar die Orangenbäume sind nach fünfzigjähriger Abwesenheit wieder da. Die Parkbänke sind unauffällig verteilt, die Stühle rund um die Becken sehen immer noch so aus, wie die, die man im vorigen Jahrhundert hier aufgestellt hat.
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Im Tuileriengarten
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Paris für Gartenfreunde
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Pariser Balkon
Paris für Gartenfreunde
"Dachbegrünung" über einem Lokal
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Marché aux fleurs

(Blumenmarkt) beim Notre Dame - auch wieder ein "leider" - gartencentermäßiges Angebot - vor 15 Jahren sah das noch anders aus
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Champs Elysee

(ja, die Prachtstraße, die wohl kaum einer vor lauter Shoppinggelüste so weit runtergeht, bis er in die herrliche Parkanlage kommt!)
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Park de la Villette

"Drachenrutsche" für Kinder.
Paris für Gartenfreunde
Bitte beachten: Copyright Fotos Wolfgang Brandt / Maria Mail-Brandt!

Geschichte der Gärten und Parks in Paris - weitere Parks und Gärten

Im Jahre 1850 wies Paris eine Parkfläche von insgesamt 47 Hektaren auf - darunter grössere Anlagen wie die Tuilerien, der Jardin du Luxembourg oder der Jardin des Plantes, aber auch kleinere, so der Jardin du Palais Royal oder die Place des Vosges. Zwanzig Jahre später hatte sich die Fläche der gestalteten Grünflächen mit 4500 Hektaren nahezu verhundertfacht. Angesichts der radikalen und bis heute das Stadtbild bestimmenden Umgestaltung, welcher der Präfekt Georges- Eugène Haussmann die Baustruktur von Paris unterzog, gerät mitunter in Vergessenheit, dass unter seines Regierung auch viele der noch bestehenden Grünanlagen angelegt wurden. Der Parkplaner war Ingenieur Adolphe Alphand. Er wandelte den Staatsforst im Westen und Osten der Stadt in die englisch inspirierten Parkanlagen des Bois de Boulogne und des Bois de Vincennes um, schuf in einstigen Steinbrucharealen die Parcs des Buttes Chaumont und de Montsouris und konzipierte im Rahmen der Haussmann'schen Stadtplanung 25 begrünte Quartierplätze („Squares“, die - anders als in London - nicht allein für die unmittelbaren Anwohner, sondern für jeden Besucher zugänglich waren.

Von Alphands umfangreichem Werk aus spannt sich der Bogen über die infolge der Weltausstellungen gestalteten Grünflächen (Champ de Mars, Champs Elysées, Trocadéro) und die Cité Universitaire bis hin zu den drei grossen Parks der letzten zwanzig Jahre, in denen auf intelligente Weise Tradition und Moderne verschmolzen sind. Heute bietet Paris insgesamt über 3.000 ha Grünflächen, 490.000 Bäume und pflanzt jährlich 3 Millionen Saisonpflanzen.

An vielen Orten zeigt sich, wie aufgeschlossen die Stadtverwaltung gegenüber zeitgenössischer Gartengestaltungskunst ist. "Das geht so weit, daß die Engländer, die in der Gartenbaukunst ja wohl tonangebend sind, Studienreisen bei uns durchführen und in Japan französische Paysagisten für einen großen öffentlichen Auftrag eingeladen wurden", berichtet mit einigem Stolz die für die städtischen Park- und Grünanlagen verantwortliche Assistentin des Pariser Bürgermeisters in einem Zeitschrifteninterview.

Durch die Tore des Louvre hindurchgehend überquert man den Place du Palais Royal und erreicht den

Jardin du Palais Royal

mit seinem Springbrunnen, schattigen Alleen aus geschnittenen Bäumen und prächtigen Staudenpflanzungen -ein Ort der Ruhe im turbulentesten Zentrum der Großstadt. Der sich dem dem 17. erbauten Schloß des Kardinal Richelieu anschließende Barockgarten mit Arkaden und Wohnungen wurde 1780-84 von Philippe- Egalité hinzugefügt, dem Bruder Ludwigs IVX. Während der Revolution brodelten hier die Ideen des Aufruhrs, sprang am 13.Juli 1789 der Journalist Camille Démoulins auf einen Tisch und rief die Citoyens zu den Waffen. Dabei verteilte er die grünen Blätter der Bäume als Abzeichen in der Farbe in der Hoffnung.Die modernen Säulen von Daniel Buren im Innenhof des Palais sind "die" - allerdings auch umstrittene - Touristenattraktion.

Der größte Pariser Park, der wohl auch die breitgefächertste Auswahl an Freizeitmöglichkeiten bietet, wie Pferderennen, Sportanlagen, Theater, Radwege und Zoo, ist der

Bois de Vincennes

Er ist der verbleibende Teil des Waldgürtels, der einst das alte Lutetia (so der alte Name der Stadt Paris) umgab. Von einer Mauer umgeben beherbergte er das königliche Wild und das auf das 11. Jahrhundert zurückgehende Schloß, das mit seinem 52 hohen Donjon aus dem 14. Jhdt. und den Pavillons aus dem 17. Jahrhundert bis zum Bau von Versailles Sitz des Hofes war. Die Umgestaltung zum öffentlichen Park erfolgte unter Napoleon III (um 1860), der das Gelände der Stadt Paris schenkte. Seither promenieren besonders bei schönem Wetter die Pariser auf den gewundenen Wegen und um die Seen herum In den Gräben des des Schlosses wurden der Duc d`Enghien und später die schöne Spionin Mata Hari erschossen. Einen Teil sprengte die SS im Jahre 1944, doch richtete sie damit sogar Gutes an, denn man entdeckte in den Ruinen wunderschöne Reste der bis dahin arg verbauten Grundarchitektur, die nun, restauriert, dem etwas düsteren Schloß wieder Glanz gegeben haben

Buttes Chaumont

- dieser malerische, hügelige Park wurde in den 1860er Jahren auf dem Gebiet alter Gipsbrüche angelegt unter Ausnutzung der Aushöhlungen, Höhenunterschiede und steilen Abhängen über einem See, in dessen Mitte Felsen emporragen: eine überraschende Kulisse für einen Ort zum Spazierengehen. Angelegt vom unermüdlichen Baron Haussmann, der sich um die Grünflächen von Paris verdient gemacht hat. Auf einer kleinen Insel spannt sich von Hügel zu Hügel eine hochgebaute, vergitterte Brücke, von der sich früher oft Liebesmüde herabstürzten. Vom kleinen Pavillon auf dem Inselhügel hat man einen schönen Ausblick auf das inzwischen sanierte Viertel.

Durch das schöne schmiedeeiserne Tor hindurchgehend wird man von den Statuen von Musset, Maupassant und Chopin empfangen, die die Alleen des

Parc Monceau

säumen. Der frühere Privatgarten des Herzogs von Orleon im hochbrügerlichen Viertel von Paris - einst ein wahres Rokoko-Disneyland, das nach der Revolution verschwand - wurde als englischer Garten angelegt und wirkt heute sehr romantisch. In diesem Park spielt schon der kleine Marcel Proust, hier landete der erste Fallschirmspringer der Welt 1797 mit siner Montgolfiere aus 1000 Meter Höhe. Verschiedenartige Düfte seltener Bäume, darunter ein bemerkenswerter alter Ahorn, eine mächtige Platane und ein Ginkgobaum, umwehen immer noch den Spaziergänger. Das ovale Becken erinnert an die Becken, in denen im alten Rom Seeschlachten aufgeführt wurden; die Kolonnade an seinem Rand stammt vom unvollendeten Mausoleum Heinrich II. in St.-Denis.

Bois de Boulogne

nach dem Vorbild des Londoner Hydeparks gestaltet, stellt eine perfekte Verkörperung des großstädtischen „Naturbegriffs“ dar: Fußwege unter schattenspendenden Bäumen, See-Ufer zum Promenieren und nie allzuweit von der nächsten asphaltierten Straße oder einem Restaurant oder Café entfernt.
In seiner heutigen Form existiert der Bois de Boulogne wie oben erwähnt seit dem "Second Empire" (1852-1870). Napoleon der Dritte trat den Park dann an Paris ab. Im Unterschied zum Bois de Vincennes, den die französischen Könige eher vernachlässigten, hat der Bois de Bologne immer wieder von ihrer Aufmerksamkeit profitiert, Heinrich der Vierte ließ seinereit 15.000 Maulbeerbäume pflanzen, Ludwig der Vierzehnte verordnete ein ansehnliches Wiederaufforstungsprogramm und im 18. Jahrhundert entstanden rund um den Park etliche ansehnliche Landsitze: Bagatelle, Ranelagh, und das Chateau de la Muette et de Neuilly. Die französische Revolution spielte allerdings diesen Landhäusern übel mit und so ist heute nur noch das Schloß Bagatelle zu bewundern..
Im 19.Jhrd. entstanden auch die Pferederennbahnen von Longchamps am Westrand des Parks und Auteil sowie Pavillons .und Restaurants - wie das heute berühmten Feinschmeckerlokale Pre Catalan und Grande Cascade.
Man hat aber kaum die Möglichkeit, die Nähe der Stadt zu vergessen, denn das Rauschen kommt weniger von den Bäumen als vom Boulevard Péripherique (der Autobahn, die um Paris herumführt), der direkt am Park entlangführt und ihn teilweise unterquert. Andererseits eröffnen die zahlreichen Autostraßen im Bois de Boulogne auch ältern oder gehschwachen Menschen die Möglichkeit, ein bißchen Waldluft zu genießen.
Die 846 Hektar bieten viele Sport- und Spaziermöglichkeiten:zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Reitweg, Rollerblader wissen den geteerten Teil der Wege zu schätzen. Tennis- oder Reitclubs bieten sich an, den Kindern ist der "Jardin d'Acclimatation" gewidmet, wo es einen kleinen Zoo, Spielplätze und andere Kinderattraktionen gibt. Der 24 ha große

Jardins de Bagatelle

ist ein Teil des Bois de Bologne.
Das Schloß Bagatelle gehört seit 1905 der Stadt von Paris und wird für Ausstellungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen verwendet.
Die beiden Terassen des Schlosses wurden von von Sir Richard Wallace angelegt, der den Besitz von seinem Stiefvater Lord Seymour geerbt hatte. Wallace stiftete Paris auch die heute wieder renovierten berühmten grünen Wallace-Brunnen.
Der Garten war eine der ersten Anlagen im englischen Stil in Frankreich und wurde von dem schottischen Gärtner Thomas Blaikie mit ausgedehnten, offenen Wiesenräumen, gegliedert durch Baum - und Gehölzgruppen, angelegt. Ein chinesischer Pavillon bildete den optischen Mittelpunkt; man findet einen Teich, welcher durch einen Felsen begrenzt ist und einen geschwungen verlaufenden Fluß mit Kaskaden; später wurde ein japanischer Garten hinzugefügt und das formale französische Parterre.Im Frühling bestimmen Zwiebelgewächse das Bild der Beete, im Mai-Juni begeistern die Iris und eine Sammlung alter Pfingstrosen, von Juli bis September sind die Seerosen eine Attraktion. Berühmt aber wurde der Garten durch seine Rosensammlung.
Das Rosarium La Roseraie du Parc de Bagatelle ( internationaler Rosenprüfungsgarten) wurde 1905 mit Hilfe von Jules Gravereaux, dem Vater des Rosengartens in L'Haÿ-les-L'Haÿ-les-Roses von Jean Claude Nicholas im streng formalen französischen Stil gestaltet. Ca. 9000 Roses in 1000 Sorten - hängende, kletternde Rosen, Beetrosen, Bodendeckerrosen und Strauchrosen sind hier versammelt.

Die neuesten Parkprojekte sind auch die spektakulärsten ... der Jardins Atlantique und Parc Citroen.
18 m hoch über über den Gleisen, auf dem Dach des Bahnhofs Maine-Montparnasse, mitten zwischen Hochhäusern und Bürogebäuden im Herzen der brausenden Stadt, stößt der Besucher auf den Dachgarten

Jardin Atlantique,

der wie in einem riesigen Innenhof liegt.Mit seinen 3,4 ha zählt er zu den größten Dachgärten von Paris. Dieser Garten (ein kleiner „Park“) ist ein eindrucksvolles Beispiel eines souveränen Dialogs von Stadtarchitektur und Grün. Unten im Bahnhof ist der TGV auf dem Weg ans Meer, hier oben schuf man deshalb zahlreiche Assoziationen an den Atlantik; es wurden sogar eigens "mediterrane" Sitzbänke entworfen; ein Metallzaun aus stilisierten blauen Wellen umschließt ihn und der Gräsergarten liegt wie eine Dünenkette zwischen dem Garten und der Außenwelt. Mit der Umsetzung gab es natürlich etliche technische Probleme. Es galt u.a. die über 100 Atemlöcher der Bahnhofsmaschinerie zu berücksichtigen, die in den Entwurf eingebunden werden mußten; immense statische Vorkehrungen waren nötig, damit das Bahnhofsdach begrünt werden konnte. Die meteorologische Insel - als transparente Skulptur mit verschiedenen meteorologischen Instrumenten und von Wasserspielen umgeben - markiert das Zentrum der Anlage. Annähernd quadratische, wellenförmig modellierte Rasenfläche sollen den Antlantik darstellen, die Wellen auf dem Betonpflaster an Wasser erinnern.Der erhöhte hölzerne Steg führt wie eine Schiffs-Gangway durch und über die langgestreckten Pflanzungen, erlaubt so interessante Ausblicke und schützt durch die erhöhte Lage die empfindliche Bepflanzung - nach dekorativen Textur-, Struktur- und Farbaspekte ausgesucht - vor dem Betreten. Der Landschaftsarchitekt Michel Pléna interpretiert den Garten vor allem als symbolische Trennung der Alten von der Neunen Welt und pflanzte deshalb die in Längsrichtung vrlaufende Achse - eine Feuerwehrzufahrt - als "Allee der Metamorphosen" . Hier stehen sich Bäume der Alten Welt und Nordamerikas gegenüber (z. B. gegenüber der nordamerikanischen Roteiche das mitteleuropäische Pendant) versehen mit ihren botanischen und französischen Namen, in Naturstein eingemeißelt. Im Süden schließt sich eine mit zahlreichen Sitzbereichen und verschiedenen Kinderspielangeboten der Erholung der Stadtbewohner Ecke an; ein Sonnendeck aus Schiffsplanken und stählernen Masten lädt zum mediterranenTräumen ein

Parc André Citroen

Auf einer Fläche von 14 ha wurde dank der Förderung der Mitterrand-Regierung von Alain Provost und Gilles Clément im Herzen eines neuerrichteten Stadtviertels (15. Arr.) auf dem Gelände der ehemaligen Citroën-Automobilfabrik 1992 ein ganz besonderer Park für das 21.Jahrhundert angelegt -
der Parc André Citroen.
Die Stadt Paris zeigte mit diesem Projekt, der Umwandlung einer Industriebrache in einen Park in einer so attraktiven Lage wie hier am Seineufer, "daß die Hauptstadt eine der wenigen ist, in der noch Gartenanlagen entstehen", hieß es in einem Zeitungsbericht. Dieser Park gilt als bislang überzeugendster Beitrag der Gartenkunst zur Postmoderne. Die Parkfläche verbindet die Seine mit der Wohnbebauung und so bietet sie mit dem futuristischen Stil der Geschäfts- und Wohnhäuser einen spannenden Gegensatz.Neben den zwei gigantischen Glashäusern (15 m hoch und 45 lang) sind kleinere Themengewächshäuser, wie Baumhäuser konzipiert. Den großzügigen Mittelpunkt bilden Wasserflächen und Wiesen, die allmählich zur Seine hin abfallen. Eingesäumt von Seitenflächen mit Steinen und Mineralien finden sich auch intimere und vor allem ungewöhnlichere Räume - geprägt vom hohen ästhetischen Anspruch der Architekten, zum Verweilen, Schauen und Spaziergehen gedacht. Bewundern kann man z. B. jeweils einen lichten weißen, düsteren schwarzen, feurigen roten und warmen blauen Garten - und den "Jardin en mouvement" (Garten in Bewegung). In dieser - auf den ersten Blick naturbelassenen - Wiese findet man alle Wiesenblumen, wie sie auch im Wald und auf der Heide wachsen.Eine sehr subtile "Heide" allerdings. Löwenzahn, Gänseblümchen, Veilchen, Klee und Gräser wachsen hier ungehemmt. Wasser ist in diesem Park ein wichtiges Element - in vielfältiger Form eingesetzt - als breiter sogenannter großer Kanal , in mehreren seitlichen Kaskaden zulaufend, verschwindend, wieder auftauchend, als Wassermauer im schwarzen Garten.

Linktipps:

Büchertipps Gartenreiseführer Paris
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